Foto: Nikada
Nach welcher Uhr trachten Sie?
Grün gehört zur alpenländischen Tracht wie kaum eine andere Farbe. Tannengrün, Moos, Oliv oder die dunklen Töne von Loden finden sich in Westen, Jankern, Dirndln und Accessoires. Und in diesem Jahr besonders viel auf Zifferblättern.
Bei den aktuellen Uhrenneuheiten zeigt sich Grün in zahlreichen Schattierungen: mal tief und fast schwarz, mal leuchtend, mal als Naturstein, mal kombiniert mit Gold, Bronze oder Edelstahl, mal kostbar ausgestattet mit Edelsteinen oder uhrmacherischen Komplikationen. Das macht die neuen Modelle zur idealen Begleitung bei den aktuellen Herbstfesten, ohne dass daraus gleich eine „Wiesn-Uhr“ werden muss. Schließlich wäre es auch einigermaßen absurd, eine gute Uhr nur ein paar Wochen im Jahr zu tragen.
Wir haben deshalb ein paar Modelle ausgesucht, die jetzt besonders gut zu Lederhose und Dirndl passen und den Rest des Jahres genauso viel Freude machen. Ob sie dabei auf der Liste für die Glücksfee oder am Handgelenk landen, ist eine andere Frage. Träumen kostet bekanntlich nichts.

Nomos Glashütte Tetra Salvia
Mit der Tetra Salvia zeigt Nomos, wie gut ein zurückhaltendes Grün zur geometrischen Form des Modells passt. Das salbeigrüne Zifferblatt wird von einer türkisfarbenen kleinen Sekunde bei 6 Uhr kontrastiert; Stunden- und Minutenzeiger sind rhodiniert. Das Edelstahlgehäuse misst 29,5 × 29,5 Millimeter und ist mit 6,5 Millimetern ausgesprochen flach. Dazu kommt ein beigefarbenes Armband aus veganem Velours.
Beim Blick durch den Saphirglasboden zeigt sich das nur 2,6 Millimeter hohe Handaufzugskaliber DUW 4001, ein Nomos-Manufakturwerk. Es bietet bis zu 53 Stunden Gangreserve. Zu den klassischen Glashütter Merkmalen gehören unter anderem gebläute Schrauben, Glashütter Streifenschliff, Nomos-Perlage und der Glashütter Sonnenschliff auf Sperr- und Kronrad. Preis: 2.080 Euro.

Rolex Oyster Perpetual 28
Mit der neuen Oyster Perpetual 28 in 18 Karat Gelbgold erweitert Rolex die bekannte Modelllinie um eine Schmuckvariante. Das lackierte Zifferblatt trägt den neuen Farbton „Green stone“. Bei 3, 6 und 9 Uhr sitzen keine klassischen Stundenindizes, sondern Heliotrope: ein Naturstein, dessen unterschiedliche Grüntöne jedes der drei Elemente prägen. Die Steine erhalten einen sogenannten Spitzbogenschliff, der ihre Struktur und Farbe hervorheben und Reflexionen vermeiden soll.
Gehäuse und Oyster-Band bestehen aus 18 Karat Gelbgold. Rolex setzt bei dieser Ausführung vor allem auf satinierte Oberflächen – eine Ästhetik, die für die aktuelle Modelllinie Oyster Perpetual charakteristisch und bei vollständig aus Edelmetall gefertigten Modellen bisher einzigartig ist. Die bombierte Lünette ist poliert. Der Gehäusedurchmesser beträgt 28 Millimeter.
Die Oyster Perpetual 28 in Gelbgold kostet 30.450 Euro. Das Modell in Oystersteel mit Zifferblatt in der Farbe „Pistachio” kommt auf 5.950 Euro.

Hamilton Khaki Field Mechanical Power Reserve
Die Khaki Field Mechanical Power Reserve bekommt 2026 zwei neue Zifferblattfarben, Blau und Grün. Das Design bleibt eng an der klassischen Field Watch: große arabische Ziffern, zusätzliche 24-Stunden-Skala und mit Super-LumiNova „Old Radium“ belegte Zeiger und Indizes. Neu ist die Gangreserveanzeige bei 9 Uhr mit den roten Markierungen „F“ und „E“. Sie macht die Khaki Field zur ersten Uhr dieser Kollektion, bei der sich die verbleibende Gangreserve direkt auf dem Zifferblatt ablesen lässt.
Dafür entwickelte ETA exklusiv für Hamilton das Handaufzugskaliber H-23 mit 80 Stunden Gangreserve und Nivachron-Spirale. Die Anzeige arbeitet mit einem Differentialmechanismus.
Das sandgestrahlte Edelstahlgehäuse misst 40 Millimeter bei 11,95 Millimetern Höhe. Die grüne Version gibt es entweder am dreireihigen Edelstahlband oder – wie hier – am grünen NATO-Textilband mit braunen Lederschlaufen. Saphirglas und eine Wasserdichtigkeit bis 5 bar komplettieren die Ausstattung. Der Preis der Version am NATO-Band: 915 Euro.

Vacheron Constantin Overseas Dual Time Cardinal Points
Bei der neuen Overseas Dual Time Cardinal Points steht Grün nicht einfach für eine Farbvariante, sondern für eine Himmelsrichtung: Vacheron Constantin ordnet die vier Zifferblätter der Serie den Kardinalpunkten zu – Weiß dem Norden, Braun dem Süden, Blau dem Osten und Grün dem Westen. Die Mitte des grünen Zifferblatts ist perliert, darum liegen eine kreisförmig satinierte Minutenskala und eine lackierte Sekundenskala. Orangefarbene Zeiger kennzeichnen die zweite Zeitzone und die dazugehörige Tag-/Nachtanzeige.
Das 41 Millimeter große und zwölf Millimeter hohe Gehäuse besteht ebenso aus Titan wie das integrierte Armband. Im Inneren arbeitet das automatische Manufakturkaliber 5110 DT/3 mit rund 60 Stunden Gangreserve. Neben der Ortszeit zeigt es über einen zusätzlichen zentralen Zeiger die Heimatzeit an; die zugehörige AM/PM-Anzeige sitzt bei 9 Uhr, das mit der Ortszeit synchronisierte Zeigerdatum bei 6 Uhr.
Zum Titanarmband mit Easy-fit-System liefert Vacheron Constantin zwei ohne Werkzeug wechselbare Kautschukbänder – eines in Grün mit orangefarbenen Ziernähten und eines komplett in Orange. Wasserdicht ist die Overseas Dual Time Cardinal Points bis 15 bar. Um 39.000 Euro.

IWC Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar ProSet
Mit der Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar ProSet stellt IWC eine grundlegend neu konstruierte Version seines ewigen Kalenders vor. Das Besondere steckt dabei weniger in der Anzeige als in der Bedienung: Erstmals lässt sich der vollständig synchronisierte Kalender über die Krone sowohl vorwärts als auch rückwärts verstellen. Separate Korrekturdrücker oder komplizierte Einstellprozeduren sind nicht nötig.
Unsere Variante kombiniert ein 42 Millimeter großes Gehäuse aus 18-karätigem 5N-Gold mit einem dunkelolivgrünen Zifferblatt. Goldene applizierte Indizes und Ziffern sowie vergoldete Zeiger sind mit Super-LumiNova belegt; dazu trägt die Uhr ein olivgrünes Büffellederband. Der ewige Kalender zeigt Datum, Wochentag, Monat und die vierstellige Jahreszahl sowie die Mondphase für Nord- und Südhalbkugel an. Die neu berechnete Mondphasenanzeige weicht laut IWC erst nach 1.044 Jahren um einen Tag vom tatsächlichen Mondlauf ab.
Im Inneren arbeitet das automatische IWC-Manufakturkaliber 82665 mit Pellaton-Aufzug und 60 Stunden Gangreserve. Durch den Saphirglasboden lässt sich das mit Perlage und Genfer Streifen dekorierte Werk betrachten. Wasserdicht ist die Uhr bis 10 bar. Circa 56.000 Euro

Mido Baroncelli Lady Twenty Five
Mit nur 25 Millimetern Durchmesser ist die Baroncelli Lady Twenty Five von Mido deutlich zierlicher als die bisherigen Modelle unserer Auswahl. Ihr hellgrünes Zifferblatt erhält durch zwölf Diamanten als Stundenmarkierungen einen schmuckhaften Charakter. Das runde Gehäuse und das mehrgliedrige Armband bestehen aus Edelstahl, geschützt wird das Zifferblatt von beidseitig entspiegeltem Saphirglas.
Im Inneren arbeitet ein Automatikwerk mit bis zu 48 Stunden Gangreserve und einer Nivachron-Unruhspirale. Durch den transparenten Gehäuseboden lässt sich das Werk betrachten; außerdem verfügt die Uhr über eine Datumsanzeige bei 3 Uhr. Wasserdicht ist sie bis 5 bar beziehungsweise 50 Meter. Um 980 Euro.

Grand Seiko Evolution 9 SLGB011
Im Inneren arbeitet das 2025 vorgestellte Spring-Drive-U.F.A.-Kaliber 9RB2. U.F.A. steht für „Ultra Fine Accuracy“: Grand Seiko gibt eine Gangabweichung von lediglich ±20 Sekunden pro Jahr und eine Gangreserve von 72 Stunden an. Um diese Präzision zu erreichen, werden Quarzoszillator und integrierte Schaltung vakuumversiegelt und der Oszillator bei mehreren Temperaturen vermessen; die Daten dienen anschließend der Temperaturkompensation.
Das 40 Millimeter große Gehäuse und das Armband bestehen aus Ever-Brilliant Steel, einer besonders korrosionsbeständigen Edelstahllegierung mit hellem Farbton. Zur Ausstattung gehören ein boxförmiges Saphirglas, ein verschraubter Glasboden und eine neue Faltschließe, die sich ohne Werkzeug in Zwei-Millimeter-Schritten feinjustieren lässt. Wasserdicht ist die SLGB011 bis 10 bar. Preis um 10.400 Euro.

Bell & Ross BR-03 GMT Green Lum
Bei der BR-03 GMT Green Lum lässt Bell & Ross das Zifferblatt vertikal von Schwarz zu Grün verlaufen – laut Hersteller eine Anspielung auf das Leuchten der Polarlichter am Nachthimmel. Grün ist hier allerdings nicht nur Farbe: Ziffern, Indizes und Zeiger sind mit Super-LumiNova C3 beschichtet, ebenso die 24-Stunden-Skala auf der beidseitig drehbaren Lünette aus schwarzer Keramik. Nach Lichteinwirkung soll die Leuchtwirkung etwa zehn Stunden anhalten.
Das für Bell & Ross typische quadratische Gehäuse mit runder Lünette misst 42 Millimeter und besteht aus satiniertem und poliertem Edelstahl. Die GMT-Funktion zeigt über einen zusätzlichen Zeiger eine zweite Zeitzone auf der 24-Stunden-Skala an; mithilfe der drehbaren Lünette lässt sich sogar eine dritte ablesen. Im Inneren arbeitet das automatische Kaliber BR-CAL.303 mit 54 Stunden Gangreserve, wasserdicht ist die Uhr bis 100 Meter.
Getragen wird sie wahlweise an schwarzem Kautschuk oder einem besonders widerstandsfähigen schwarzen Synthetikband. Die BR-03 GMT Green Lum ist auf 500 Exemplare limitiert. Preis: ca. 4.900 Euro.

Panerai Radiomir Bronzo PAM00760
Die Radiomir Bronzo PAM00760 verbindet ihr schattiertes grünes Zifferblatt mit einem 47 Millimeter großen Gehäuse aus satinierter Bronze. Das körnig strukturierte Grün verläuft von einem helleren Zentrum zu einem dunkleren Rand; dazu kommen gebläute Stahlzeiger sowie beigefarbene Ziffern und Stundenmarkierungen mit grün leuchtender Super-LumiNova. Das gewölbte Acrylglas greift ebenfalls die Ästhetik früher Panerai-Taucheruhren auf.
Die Bronze besteht aus reinem Kupfer und Zinn und entwickelt unter dem Einfluss von Luft, Feuchtigkeit, Wärme und Reibung mit der Zeit eine individuelle Patina. Auf der Rückseite kombiniert Panerai das Bronzegehäuse mit einem verschraubten Titanboden und Saphirglas, durch das sich das Handaufzugskaliber P.3000 betrachten lässt. Zwei Federhäuser ermöglichen eine Gangreserve von drei Tagen; der Stundenzeiger kann unabhängig vom Minutenzeiger in Stundenschritten vor- und zurückgestellt werden.
Die bis 100 Meter wasserdichte Uhr wird an dunkelbraunem Kalbsleder mit beigefarbenen Nähten und einer Dornschließe aus Bronze getragen. Die PAM00760 ist zugleich eine Hommage an die klassische Yacht Eilean, die 2026 ihren 90. Geburtstag feiert und nach mehreren Jahren auf die internationale Regattabühne zurückkehrt. Circa 19.500 Euro.

Franck Muller Vanguard Slim Sfumato
Mit der Vanguard Slim Sfumato bringt Franck Muller seine charakteristische Tonneau-Form auf eine Gehäusehöhe von nur 9,1 Millimetern. Das Edelstahlgehäuse misst 41 Millimeter in der Breite und 49,95 Millimeter in der Länge. Dazu kommt bei der gezeigten Variante ein grünes Zifferblatt mit radialer Satinierung und Sfumato-Farbverlauf, der von helleren zu dunkleren Grüntönen übergeht.
Im Inneren arbeitet das Manufaktur-Automatikkaliber MVT FM708-S6. Das nur 3,73 Millimeter hohe Werk besteht aus 125 Komponenten, bietet 42 Stunden Gangreserve und zeigt Stunden, Minuten sowie die kleine Sekunde bei 6 Uhr an. Durch den Saphirglasboden sind unter anderem Côtes de Genève, Perlage, Sonnenschliff und polierte Fasen zu sehen. Die Edelstahlversion kostet circa 11.700 Euro.

Parmigiani Fleurier Tonda PF GMT Rattrapante Verzasca
Bei der Tonda PF GMT Rattrapante Verzasca steckt das Grün bereits im Namen: Der Farbton ist vom klaren Wasser des Tessiner Verzascatals inspiriert. Das Zifferblatt wird von Hand mit dem für Parmigiani Fleurier charakteristischen „Grain d’Orge“-Muster guillochiert. Dazu kombiniert die Manufaktur ein 40 Millimeter großes Edelstahlgehäuse mit einer fein gerändelten Lünette aus 950er Platin sowie applizierten Indizes aus 18-karätigem Gold.
Technisch ist die 2022 erstmals vorgestellte GMT Rattrapante eine ungewöhnlich elegante Lösung für eine zweite Zeitzone. Bei Reisen lässt sich der rhodinierte Stundenzeiger für die Ortszeit über den Drücker bei 8 Uhr in Stundenschritten vorstellen; darunter bleibt der roségoldene Zeiger auf der Heimatzeit stehen. Wird die zweite Zeitzone nicht mehr benötigt, genügt ein Druck auf den roségoldenen „Back-home“-Drücker in der Krone: Der Ortszeitzeiger springt zurück und legt sich wieder über den Heimatzeitzeiger.
Dahinter arbeitet das automatische Manufakturkaliber PF051 mit 48 Stunden Gangreserve und einem guillochierten Mikrorotor aus 22-karätigem Roségold. Das nur 4,9 Millimeter hohe Werk besteht aus 215 Komponenten und ist durch den Saphirglasboden sichtbar. Das Edelstahlarmband ist abwechselnd poliert und satiniert, die Wasserdichtigkeit beträgt 60 Meter. Circa 33.000 Euro.

Omega Seamaster Aqua Terra 30 mm
Mit der Seamaster Aqua Terra 30 mm bringt Omega die Modellfamilie erstmals in dieses kleinere Format. Die gezeigte Edelstahlversion kombiniert ein tiefgrünes Zifferblatt mit zwölf Diamantindizes und einem Datumsfenster bei 6 Uhr. Gehäuse und Armband bestehen aus Edelstahl, durch den transparenten Saphirglasboden bleibt das Uhrwerk sichtbar. Insgesamt umfasst die neue 30-Millimeter-Kollektion zwölf Modelle in Edelstahl, Gold und verschiedenen Bicolor-Ausführungen.
Für das kompakte Gehäuse hat Omega ein neues Uhrwerk entwickelt: Das automatische Co-Axial Master Chronometer Kaliber 8750 ist nur 20 Millimeter groß und 3,98 Millimeter hoch. Es besitzt eine Siliziumspirale, ist nach METAS als Master Chronometer zertifiziert, widersteht Magnetfeldern bis 15.000 Gauß und bietet 48 Stunden Gangreserve. Preis um 7.600 Euro.

Chronoswiss Small Second Serpentine
Bei der Small Second Serpentine kommt das Grün direkt aus der Natur: Das Hauptzifferblatt besteht aus poliertem Serpentinit, einem Naturstein, dessen individuelle Struktur jede Uhr optisch zum Einzelstück macht. Dazu setzt Chronoswiss eine handguillochierte kleine Sekunde bei 9 Uhr mit fein sandgestrahltem, galvanischem 5N-Finish. Die charakteristischen Feuille-Zeiger sind mit Super-LumiNova belegt.
Das aufwendig aufgebaute, 17-teilige Gehäuse misst 40 Millimeter im Durchmesser und kombiniert Edelstahl mit 18-karätigem Rotgold. Typische Chronoswiss-Details sind die geriffelte seitliche Verzierung, die Zwiebelkrone und das gewölbte, beidseitig entspiegelte Saphirglas. Durch den ebenfalls mit Saphirglas versehenen Gehäuseboden lässt sich das Werk betrachten.
Im Inneren arbeitet das automatische Chronoswiss-Manufakturkaliber C.6000 mit 55 Stunden Gangreserve. Zu sehen sind unter anderem ein skelettierter Wolframrotor und eine ruthenierte Brücke mit Genfer Schliff. Getragen wird die Small Second Serpentine an grünem Kalbsleder; die Edition ist auf 50 Exemplare à 18.500 Euro limitiert.