Sommer, sofort
Raffia: Die Fasern der madagassischen Palme werden seit Jahrhunderten zu Hüten, Körben und Matten verarbeitet, in den Händen von Handwerkerinnen, deren Können man am Ergebnis erkennt. Raffia riecht nach Sommer. Nach Markt, nach Meer, nach dem Gefühl, dass der Tag noch lang ist. Gabriele Frantzen weiß das und hat daraus eine Tasche gemacht, die man nicht mehr weglegen will.

Die Münchner Designerin, seit mehr als zwei Jahrzehnten im Modegeschäft, hat aus dem tropischen Naturgeflecht eine eigene Sprache entwickelt. Ihre Raffia-Taschen, von der geräumigen Weekender-Größe über die schlankere „Little Sister“ bis zur neuen Mini-Edition „La Piccola“, sind keine Strandtaschen. Jedenfalls nicht nur.

La Piccola, die neue Mini-Edition, ist im Grunde eine simple Idee: dieselbe Tasche, kleiner. Wer die Weekender-Version kennt und liebt, braucht manchmal eben nur ein Portemonnaie und ein Telefon. Das Flechtwerk, die Stickereien, die Sorgfalt – alles gleich, nur das Format ändert sich.
Namen und Farbkombinationen wie Denim Love, Chocolate Mousse, Spice Market, Lido, Melon Mix oder Rainbow klingen nach Reiseerinnerungen und laden zum Schwelgen ein. Die einen in dezenten Tönen, die anderen ganz bunt. Aber nie laut.

Besondere Erwähnung verdient die Kollaboration mit Le Bilboquet, dem französischen Restaurant auf der Upper East Side in New York, das seit vierzig Jahren so etwas wie institutionellen Status genießt. Für die Neueröffnung des ersten Le Bilboquet Market in Palm Beach entwickelte Frantzen eine exklusive Edition: handgefertigte Raffia-Taschen in drei Größen, mit gesticktem B, in Farben, die zum lässig-eleganten Ton dieser Orte passen. „From Town to Boat“, wie es dort heißt.

Die Geschichte des Labels Gabriele Frantzen fing 2009 mit einer Halskette an. Die sie sich selbst entwarf, weil sie nirgendwo fand, was sie suchte. Fern Mallis, die Gründerin der New York Fashion Week, entdeckte sie auf der Straße. Saks Fifth Avenue wurde der erste Handelspartner. Mit den Taschen ist es nicht anders: Frantzen macht Dinge, die sie selbst vermisst hat.

Ihre Hersteller kommen aus Dänemark, Deutschland und Italien, Spezialisten, die sie nicht nach Effizienz, sondern nach Expertise ausgewählt hat. Das Raffia selbst stammt aus Madagaskar, der Heimat der Palme, deren Fasern seit jeher als die feinsten ihrer Art gelten. Zu ihren Produzenten pflegt sie enge, über Jahre gewachsene Beziehungen. Für sie sind sie „Friends & Family“.
Zu kaufen sind die Stücke online sowie in ausgewählten Boutiquen weltweit — ein Vertriebsmodell, das Mühe bedeutet, aber den Unterschied macht.


