Freitag, 8. Mai 2026
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Magazin für modernes Leben
Große Raffia-Tasche mit schwarzen Streifen steht in einer sandigen Dünenlandschaft, aufgenommen bei warmem Licht, mit sichtbaren Fußspuren im Sand.
Gabriele Frantzen

Sommer, sofort

Manche Taschen warten auf den Sommer. Diese hier zieht ihn an.

Raffia: Die Fasern der madagassischen Palme werden seit Jahrhunderten zu Hüten, Körben und Matten verarbeitet, in den Händen von Handwerkerinnen, deren Können man am Ergebnis erkennt. Raffia riecht nach Sommer. Nach Markt, nach Meer, nach dem Gefühl, dass der Tag noch lang ist. Gabriele Frantzen weiß das und hat daraus eine Tasche gemacht, die man nicht mehr weglegen will.

Große Raffia-Tasche mit schwarzen Streifen steht in einer sandigen Dünenlandschaft, aufgenommen bei warmem Licht, mit sichtbaren Fußspuren im Sand.
Weekender „Vacation Road“, handgehäkelt aus natürlicher Raffiafaser in Madagaskar, um 395 Euro.Foto: Gabriele Frantzen

Die Münchner Designerin, seit mehr als zwei Jahrzehnten im Modegeschäft, hat aus dem tropischen Naturgeflecht eine eigene Sprache entwickelt. Ihre Raffia-Taschen, von der geräumigen Weekender-Größe über die schlankere „Little Sister“ bis zur neuen Mini-Edition „La Piccola“, sind keine Strandtaschen. Jedenfalls nicht nur.

Frau mit Sonnenbrille sitzt an einem Holztisch im Freien, trägt einen schwarzen Mantel mit Broschen und hält einen Coffee-to-go-Becher, im Hintergrund gelbe Metallstühle und Fensterfront.
Gabriele Frantzen: „Ich suche nach Stücken, die ihre Relevanz über die Zeit behalten.“ Foto: Gabriele Frantzen

La Piccola, die neue Mini-Edition, ist im Grunde eine simple Idee: dieselbe Tasche, kleiner. Wer die Weekender-Version kennt und liebt, braucht manchmal eben nur ein Portemonnaie und ein Telefon. Das Flechtwerk, die Stickereien, die Sorgfalt – alles gleich, nur das Format ändert sich.

Namen und Farbkombinationen wie Denim Love, Chocolate Mousse, Spice Market, Lido, Melon Mix oder Rainbow klingen nach Reiseerinnerungen und laden zum Schwelgen ein. Die einen in dezenten Tönen, die anderen ganz bunt. Aber nie laut.

Gestreifte Raffia-Tasche in Rot, Blau und Naturtönen hängt an einem Holzstuhl in einer sandigen Dünenlandschaft bei starkem Sonnenlicht.
Raffia Bag „Little Sister Denim Days“, kompaktere Variante des Weekenders mit gestreiftem Muster in Rot-, Blau- und Naturtönen, um 339 Euro.Foto: Gabriele Frantzen

Besondere Erwähnung verdient die Kollaboration mit Le Bilboquet, dem französischen Restaurant auf der Upper East Side in New York, das seit vierzig Jahren so etwas wie institutionellen Status genießt. Für die Neueröffnung des ersten Le Bilboquet Market in Palm Beach entwickelte Frantzen eine exklusive Edition: handgefertigte Raffia-Taschen in drei Größen, mit gesticktem B, in Farben, die zum lässig-eleganten Ton dieser Orte passen. „From Town to Boat“, wie es dort heißt.

Drei gestreifte Raffia-Taschen in Natur- und Rottönen mit gesticktem grünen „B“ stehen vor hellem Hintergrund, in unterschiedlichen Größen angeordnet.
Raffia-Taschen von Gabriele Frantzen für Le Bilboquet Market in Palm Beach, mit gesticktem Signature-„B“ des Restaurants. Die erste Edition ist bereits ausverkauft, eine neue Serie in Vorbereitung, auch diese erhältlich exklusiv vor Ort in Palm Beach. Foto: Gabriele Frantzen

Die Geschichte des Labels Gabriele Frantzen fing 2009 mit einer Halskette an. Die sie sich selbst entwarf, weil sie nirgendwo fand, was sie suchte. Fern Mallis, die Gründerin der New York Fashion Week, entdeckte sie auf der Straße. Saks Fifth Avenue wurde der erste Handelspartner. Mit den Taschen ist es nicht anders: Frantzen macht Dinge, die sie selbst vermisst hat.

Mehrfarbig gestreifte Raffia-Tasche liegt geöffnet auf hellem Untergrund, daneben Brot, Zitronen, Sonnenbrille, Eiswaffeln und ein kleines Lederetui mit Skarabäus-Motiv.
Tasche „Little Sister Lido“ mit mehrfarbigen Streifen, inspiriert von den Farben italienischer Strandbäder, um 339 Euro.Foto: Tim Sonntag / Gabriele Frantzen

Ihre Hersteller kommen aus Dänemark, Deutschland und Italien, Spezialisten, die sie nicht nach Effizienz, sondern nach Expertise ausgewählt hat. Das Raffia selbst stammt aus Madagaskar, der Heimat der Palme, deren Fasern seit jeher als die feinsten ihrer Art gelten. Zu ihren Produzenten pflegt sie enge, über Jahre gewachsene Beziehungen. Für sie sind sie „Friends & Family“.

Zu kaufen sind die Stücke online sowie in ausgewählten Boutiquen weltweit — ein Vertriebsmodell, das Mühe bedeutet, aber den Unterschied macht.

Kleine Raffia-Tasche mit bunten Streifen steht auf einem Steinblock, darunter eine große Zitrone, vor neutralem Hintergrund.
Raffia Bag „La Piccola Rainbow“ , die kompakte Tasche für das Nötigste, um 235 Euro.Foto: Tim Sonntag / Gabriele Frantzen
Zwei gestreifte Raffia-Taschen in Braun- und Naturtönen stehen auf braunem Untergrund, eine größere mit eingesetzten Blumen, daneben eine kleinere Tasche mit Gemüse.
Taschen „Little Sister Roadtrip Tobacco Mix“ und „La Piccola Chocolate Mousse“, beide mit gestreiftem Muster in warmen Braun- und Naturtönen, um 339 Euro beziehungsweise 235 Euro.Foto: Tim Sonntag / Gabriele Frantzen
Kleine gestreifte Raffia-Tasche in Braun- und Naturtönen wird in der Hand getragen, daran befestigt mehrere bunte Charms aus Kordeln und Anhängern.
Raffia Bag „La Piccola Chocolate Mousse“, um 235 Euro, kombiniert mit abnehmbaren Bag Charms aus Kordeln und Anhängern, um 170 Euro.Foto: Gabriele Frantzen
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