Foto: Zenith
Einfach mal die Zeit laufen lassen
Eigentlich können wir kaum noch etwas tun, ohne dabei die Zeit zu messen. Die Smartwatch zählt Trainingsminuten, das Smartphone die Bildschirmzeit, Apps analysieren Schlafphasen und Produktivität. Selbst beim Spaziergang lässt sich hinterher ziemlich genau feststellen, wie effizient wir unterwegs waren.
Da wirkt es fast ein wenig verrückt, wenn eine Uhrenmanufaktur eine neue Uhr präsentiert, bei der vor allem interessant ist, was sie nicht kann: stoppen.
Zenith hat auf den Geneva Watch Days 2026 gerade die „Chronomaster Solo Sport” vorgestellt. Der Name ist für Uhrenkenner nicht ganz nebensächlich. Die Chronomaster ist eng mit dem El Primero verbunden, jenem Uhrwerk, mit dem Zenith 1969 eines der ersten integrierten automatischen Chronographenwerke auf den Markt brachte. Ein Chronograph ist, vereinfacht gesagt, eine mechanische Uhr mit Stoppfunktion.
Bei der Solo Sport fehlt genau die.

Zum ersten Mal gibt es die Chronomaster als klassische Dreizeigeruhr. Stunden, Minuten, Sekunden, bei drei der vier Varianten kommt ein Datum hinzu. Im Inneren arbeitet ein Nachfahre des El Primero: Das automatische Kaliber 3620 schlägt mit fünf Hertz, also 36.000 Halbschwingungen pro Stunde. Die hohe Frequenz, einst eine der technischen Besonderheiten des berühmten Chronographenwerks, bleibt. Nur gestoppt wird nichts mehr.

Technik, die man nicht dauernd benutzen muss
Technisch hat Zenith einiges hineingepackt. Das Edelstahlgehäuse misst 40 Millimeter, die Uhr ist bis 200 Meter wasserdicht, die Gangreserve beträgt 60 Stunden. Dazu kommen eine einseitig drehbare Keramiklünette und ein Sekundenstopp, mit dem sich die Uhrzeit exakt einstellen lässt.
Auch optisch versucht Zenith, die hohe Frequenz des Werks sichtbar zu machen. Die Keramikzifferblätter tragen ein wiederkehrendes, im 45-Grad-Winkel angeordnetes Z-Muster. Angeboten werden Schwarz, Weiß und Braun. Die schwarze Version gibt es zusätzlich ohne Datumsfenster.

Bemerkenswert viel Entwicklungsarbeit steckt in einem Teil, über das Menschen außerhalb der Uhrenwelt vermutlich selten länger nachdenken: der Schließe. Die sogenannte Zenclasp besteht aus 41 Bauteilen und lässt sich ohne Werkzeug in 2,5-Millimeter-Schritten um insgesamt zehn Millimeter verstellen. Drei Jahre und rund 1800 Entwicklungsstunden hat Zenith nach eigenen Angaben in die Konstruktion investiert.
Das klingt zunächst nach einer Menge Aufwand für das Öffnen und Schließen eines Armbands. Im Alltag ergibt die Idee allerdings Sinn: Der Umfang des Handgelenks verändert sich mit Temperatur und Bewegung. Statt die Uhr morgens passend und nachmittags zu eng zu tragen, lässt sich das Armband zwischendurch korrigieren.

Eine Uhr für die ungestoppte Zeit
Zenith will mit der Chronomaster Solo Sport eine Uhr für den ganzen Tag anbieten: fürs Büro ebenso wie für Sport, Reisen oder den Abend. Dazu passen die mit Super-Luminova beschichteten Zeiger und Stundenindizes, die auch bei wenig Licht ablesbar bleiben. Eine Uhr also, mit der sich gelassen abwarten lässt, was der Tag noch so bringt..

Schließlich steckt in ihr eine lässige Pointe. Zenith bewahrt ausgerechnet die Technik, die das El Primero für besonders präzise Zeitmessung berühmt gemacht hat, und verzichtet auf die Funktion, mit der sich einzelne Sekunden, Minuten und Stunden zu einer Leistung erklären lassen.
Die Chronomaster Solo Sport kostet 9.500 Euro in der Version ohne Datumsfenster und 10.500 Euro mit Datumsfenster. Die vier Modelle sind ab sofort in Zenith Boutiquen, Online-Shops und bei autorisierten Händlern weltweit erhältlich.