Sonntag, 5. April 2026
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Magazin für modernes Leben
Zwei Frauen mit Sonnenbrillen tragen ein gelbes und ein lilafarbenes Kleid vor einer Villa und Zypressen im Sonnenlicht Foto: Txema Yeste und Aran Martinez Solana / Carolina Herrera
Sonnenbrillen-Sommer 2026

Gebaut fürs Licht

Es gibt Accessoires, die schützen. Und solche, die erzählen. Die Sonnenbrille kann beides und ist deshalb das einzige Kleidungsstück, das man sich buchstäblich vor die Augen hält.
Foto: Txema Yeste und Aran Martinez Solana / Carolina Herrera

Die Sonnenbrille war schon immer ein Gegenstand, an dem sich Erbe und Gegenwart begegnen. Diese Saison lässt sich das besonders deutlich ablesen.

Mann, Gesicht im Anschnitt, trägt randlose rechteckige Sonnenbrille mit Metallbügeln
Randlose „Sonnenbrille Décor C Allongé de Cartier“ mit Bügeln aus grauem und blauem Holz, glattes Platin-Finish, Gläser mit blauem Verlauf. Um 2.300 Euro.Foto: Cartier

Tradition inklusive

Frau mit Sommersprossen trägt ovale Sonnenbrille mit goldfarbenem Metallrahmen
Sonnenbrille „Clash de Cartier“: Picots und Clous Carrés – die charakteristischen Designelemente der Clash-de-Cartier-Linie markieren diese neue Brillenkollektion von Cartier. Aus Metall, eingefasst, glattes Gold-Finish, ovale Form, Gläser mit goldenem Spiegeleffekt. Um 1.350 Euro.Foto: Cartier

Cartier setzt auf den Dialog zwischen Schmuck- und Uhrmachertradition und zeitgenössischer Brillenkonstruktion. Ähnlich verfährt Etro: Das Mailänder Modehaus übersetzt seine handwerkliche Identität in markante Formen, edle Materialien und eine unverkennbar italienische Farbpalette.

Frau mit Sonnenbrille steht zwischen farbenfrohen Stoffbahnen im Freien
Die Sonnenbrille 0141/G/S zelebriert das ikonische Markenzeichen Arnica Textil von Etro. Die leicht eckige Form aus Acetat wird von Bügeln gehalten, bei denen das Arnika-Motiv zart gepolstert ist. In Schwarz mit burgunderroten Arnica-Bügeln und grau getönten Gläsern oder burgunderrot mit burgunderroten Arnica-Bügeln und braun getönten Gläsern. Um 290 Euro.Foto: Dario Catellani / Etro

Couture-Ästhetik

Carolina Herrera hingegen wählt den Sommer als Bühne – buchstäblich. Wes Gordons neueste Laufstegkollektion lieferte den Rahmen für eine Brillenpräsentation, die zwischen Haute-Couture-Ästhetik und spielerischer Leichtigkeit pendelt.

Zwei Frauen mit Sonnenbrillen tragen ein gelbes und ein lilafarbenes Kleid vor einer Villa und Zypressen im Sonnenlicht
Oversize-Sonnenbrillen aus Bio-Acetat mit achteckigem Chunky-Rahmen und markanten Bügeln. Carolina Herrera Eyewear 0365/S, um 250 Euro.Foto: Txema Yeste und Aran Martinez Solana / Carolina Herrera

Vertraute Gesichter

Dass auch Brillen immer stärker über vertraute Gesichter erzählt werden, zeigt sich diese Saison wieder einmal deutlich. Lacoste holt Adrien Brody zurück: vierzehn Jahre nach der gemeinsamen Kampagne „Unconventional Chic" von 2012 wird der zweifache Oscar-Preisträger nun „globaler Ambassador” der Eyewear-Linie. Bei TAG Heuer hat Patrick Dempsey bereits 2025 diese Rolle übernommen: Schauspieler, Rennfahrer, Le-Mans-Finisher. Eine visuelle Klammer zwischen Le Mans 1971 und heute, zwischen Motorsport-Erbe und Präzisionsoptik.

Der Schauspieler Adrien Brody mit Sonnenbrille blickt nach unten und trägt ein dunkelblaues Poloshirt mit weißem Kragen
Geometrische Sonnenbrille mit flacher Front und markanten Bügeln von Lacoste, getragen von Adrien Brody. Aus spritzgegossenem Bio-Harz (Bio-Injected). Lacoste Eyewear L6062S. um 190 Euro. Foto: Lacoste
Mann mit grauem Haar, der Schauspieler Patrick Dempsey, trägt braune Sonnenbrille, schwarzen Rollkragenpullover und braunes Lederjackett
Patrick Dempsey trägt die „Tag Heuer Jack Heuer“ als Hommage an den Gründer der Uhrenmarke. Das vollständig in Japan hergestellte, halbmatte Titangestell verspricht Langlebigkeit bei außerordentlich leichtem Gewicht. Die verstellbaren, mit Kautschuk überzogenen Nasenpads bestehen wie die Gläser aus sogenanntem Bio-Nylon. Preis um 700 Euro.Foto: Tag Heuer

David Beckham wählt für seine Eyewear Miami als Kulisse: Poolglanz, Palmenschatten, britische Nonchalance. Im Mittelpunkt stehen zwei bewährte Modelle, die die Marken-DNA tragen – darunter der sogenannte Talisman, ein Bügeldetail in Vogelflügelform, das jede Kollektion seit der Gründung begleitet.

Mann mit Sonnenbrille, David Beckham, sitzt am Pool einer modernen Villa
Sonnenbrille mit Metallgestell und doppelter Brücke von David Beckham Eyewear. Um 250 Euro.Foto: Dan Jackson / Eyewear by David Beckham

Keine Brille steht in dieser Saison allein. Hinter jedem Modell steckt eine – Achtung, Buzzword – Haltung: zu Handwerk, Erbe, oder schlicht dazu, wer man sein möchte, wenn die Sonne scheint.

Materialrecherchen

Auch bei den Materialien verschiebt sich derzeit etwas, wenn auch leise. Klassisches Acetat bleibt Standard, wird aber zunehmend durch Varianten ergänzt, die stärker auf pflanzlichen Rohstoffen basieren. Bio-Acetat etwa wird aus Holz- oder Baumwollfasern sowie pflanzenbasierten Weichmachern hergestellt und kann unter industriellen Bedingungen biologisch abgebaut werden.

Ähnlich gelagert ist bio-basiertes Nylon, das aus Rizinusöl gewonnen wird und fossile Rohstoffe teilweise ersetzt, ohne die mechanischen Eigenschaften zu verändern.

Parallel dazu kommen neue Kunststoffe und Verfahren hinzu: injizierte Harze und Copolyester mit recycelten Anteilen, bio-basierte Polyamide oder 3D-gedruckte Materialien, die aus pflanzlichen Quellen stammen und vor allem den Verschnitt in der Produktion reduzieren.

Auffällig ist dabei weniger ein einzelnes „besseres“ Material als eine Entwicklung im Detail: geringerer Einsatz fossiler Bestandteile, mehr Recyclinganteile, effizientere Fertigung.

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