Foto: WWGF / Keystone / Magali Girardin
Vom Salon zur Stadt
Lange war die Watches & Wonders eine geschlossene Welt für Handel, Medien und eine kleine Gruppe internationaler Sammler. Inzwischen verschiebt sich der Fokus: Vier Tage bleiben dem Fachpublikum vorbehalten, danach öffnet sich die Watches & Wonders 2026 für ein breiteres Publikum. „Ganz normale“ Uhreninteressierte rücken damit näher an ein Format heran, das sie lange nur aus der Distanz kannten.
Die Watches & Wonders 2026 endet mit Zahlen, die vor allem eines zeigen: Wachstum. Knapp 60.000 Besucher, 25.000 verkaufte Tickets an den drei Publikumstagen, 1750 Journalisten und rund 6000 Händler markieren neue Höchststände. Auch die internationale Reichweite legt deutlich zu und erreicht laut Veranstalter rund 900 Millionen Menschen.
Jugend im Fokus
Die Messe positioniert sich damit zunehmend über die klassische Branchenschau hinaus. Formate wie geführte Touren, Produktpräsentationen und Workshops waren teils bereits vor Beginn ausgebucht. Gleichzeitig richtet sich das Programm stärker an ein breiteres Publikum, insbesondere an jüngere Besucher und Familien. Entsprechende Angebote – etwa im „Watchmaking Village“ oder in speziellen Mitmachbereichen – waren stark frequentiert.

Inhaltlich betont die Ausgabe 2026 vor allem die Grundlagen der Uhrmacherei. Gezeigt wurden verstärkt Zwei- und Drei-Zeiger-Uhren, flache Konstruktionen, skelettierte Werke sowie Modelle mit Vintage-Bezügen und kompakteren Abmessungen. Viele Entwürfe sind bewusst geschlechtsneutral angelegt, während Farbe als differenzierendes Element stärker in den Vordergrund tritt.
Dekoration und Komplikation
Bei den Komplikationen dominieren Chronographen und ewige Kalender; das Tourbillon bleibt präsent. Parallel dazu gewinnen dekorative Techniken an Sichtbarkeit. Auf Materialebene etablieren sich Titan, Stahl und Keramik weiter als zentrale Werkstoffe.

Über die Messe hinaus wird die Stadt selbst stärker einbezogen. Mit Programmen im Zentrum, Konzerten und Formaten wie dem Montreux Jazz Club, der an mehreren Abenden ausverkauft war, verlagert sich ein Teil des Geschehens bewusst in den öffentlichen Raum. Mehr als 5.000 Besucher nahmen an den Live-Veranstaltungen teil.
Präsenz und Prominenz
Auch medial ist die Präsenz hoch, getragen von internationaler Berichterstattung und prominenten Gästen aus Sport und Kultur. Die Messe versteht sich damit zunehmend als Plattform, die Industrie, Publikum und kulturelle Formate zusammenführt – und weniger als reine Fachveranstaltung.


Internationaler Treffpunkt
Die Watches & Wonders 2026 versammelte in Genf 65 Marken — fünf mehr als im Vorjahr — und setzt damit ihr kontinuierliches Wachstum fort. Neben den großen etablierten Häusern waren wie immer auch unabhängige Marken und spezialisierte Ateliers vertreten, die das Spektrum von klassischer Haute Horlogerie bis zu experimentellen Ansätzen erweitern. Die Bandbreite reicht von traditionsreichen Manufakturen mit jahrhundertelanger Geschichte bis zu jüngeren Akteuren, die mit neuen Materialien, Konstruktionen und gestalterischen Ideen arbeiten. Damit festigt die Messe ihre Rolle als wichtigster internationaler Treffpunkt der Uhrenszene.
65 Uhrenmarken
A. Lange & Söhne, Alpina, Angelus, Armin Strom, Arnold & Son, Artya Genève, Audemars Piguet, Baume & Mercier, Behrens, Bianchet, Bremont, B.R.M Chronographes, Bvlgari, Cartier, Chanel, Charles Girardier, Charriol, Chopard, Christiaan van der Klaauw, Chronoswiss, Corum, Credor, Cyrus Genève, Czapek & Cie, Eberhard & Co., Favre Leuba, Ferdinand Berthoud, Frederique Constant, Genus, Gerald Charles, Grand Seiko, Grönefeld, Hautlence, Hermès, H. Moser & Cie., Hublot, IWC Schaffhausen, Jaeger-LeCoultre, Kross Studio, Laurent Ferrier, L’Epée 1839, Louis Moinet, March LA.B, Nomos Glashütte, Norqain, Oris, Panerai, Parmigiani Fleurier, Patek Philippe, Pequignet, Piaget, Raymond Weil, Ressence, Roger Dubuis, Rolex, Rudis Sylva, Sinn Spezialuhren, TAG Heuer, Trilobe, Tudor, U-Boat, Ulysse Nardin, Vacheron Constantin, Van Cleef & Arpels, Zenith
Die nächste Watches & Wonders findet im Frühjahr 2027 statt.